Bach, Blech & Blues – Triptychon

12 Triptychon

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Catalog:
Audio CD (1999)
Label:
ASIN:

Tracks:
01. Till Weser – Danserye  6:40
(Paraphase eines Themas von T. Susato)
02. F. Reinshagen – Michs Delight  7:25
03. Lutz Landwehr von Prangenau – Running Riot  10:45
04. Adrian Mears – Intuition of sacred hearts  7:17
05. Bach – Contrapunctus XIX  7:26
06. W. Zimmerman, T. Weser – Die Menschen mit den
Steinen wiederversöhnen  5:50
07. Steffen Schorn – Bb-A-C-H  Part 1  2:04*
08. Steffen Schorn – Bb-A-C-H  Part 2  2:08*
09. Steffen Schorn – Bb-A-C-H  Part 3  4:28*
10. Steffen Schorn – Bb-A-C-H  Part 4  2:01*
11. Jörg-Achim Keller – C.T.D.  4:41
12. D. Ellington – Mood indigo  3:42
13. H. Mancini – Peter Gunn  2:33
14. C. Calloway – Minnie the Moocher  2:40
15. Blues Brothers – Everybody needs somebody  3:24

Musicans/Instrumentation:
Ensemble bach, blech & blues
Jörg-Achim Keller
feat. Till Brönner und Adrian Mears*

Notes:
Pressezitat:
„Mit scharfen Kanten… Es gibt sie noch, die Aha-Erlebnisse durch alternative Konzertformen…
Steffen Schorns „B-A-C-H“-Komposition schloss sich mit faszinierender Logik und Dichte an… alles andere als Hausmannskost also, große Begeisterung für einen aufregenden Abend. “
Regine Müller, RP, 12. Mai 2001

Bb•A•C•B

Das Werk skizziert in vier kurzen Stationen den Leidensweg eines vierdimensionalen subchomatischen Teilchens, welches durch ein Vierteltonloch in unsere diesseitige dreidimensionale Welt katapultiert wird. Seine Geburt ist die Folge eines sich vertikal ausdehnenden Glissandos im ersten Takt, wobei die Töne B•A•C•H durch kontinuierliches Durchschreiten aller Zwischenräume ausgehend vom gemeinsamen  Schwerezentrum (dem Viertelton zwischen B und H ) erreicht werden. So ist die engstmögliche räumliche Anordnung der vier Töne (Halbtoncluster) bereits die Folge einer vertikalen Expansion, welche die kompositorische Richtung des Stücks angibt.

Für ein vierdimensionales Wesen muß die dreidimensionale Welt  gezwungenermaßen flach erscheinen und es muß sich dieser Umwelt anpassen, um überleben zu können.
Aufgrund eines fatalen Umstands wird die ihm mit seinem Namen mitgegebene Lebensformel „Be flat…eh Sie: Be!“ derart mißverstanden („be fat,…“), daß eine fortschreitende Ausdehnung der Intervalle nach der Grundregel Bach – Bauch – Gauch *) nicht mehr aufzuhalten ist. Diese vertikale Expansion zieht sich streng formal durch alle vier Stationen des Leidensweges:

Nach seiner Geburt drängt es nach Wachstum und Wissen (1. Teil), entdeckt während seiner Rüpeljahre den Blues und den Sex mit zwei diametral entgegengesetzten gegengeschlechtlichen Partnern (2.Teil), erfährt auf der Wahrheitssuche einen kurzen verklärten Moment der Zeitlosigkeit (3. Teil) und wird schließlich von vier kopfbedeckten Finanzbeamten durch Zeit und Raum gejagt und zu Tode gehetzt (4. Teil). Kurz vor der Errettung bläht es sich zu maximaler Expansion auf und ertönt in vier schreienden zwölftönigen Akkorden; dann platzt es und verschwindet mit der ernüchternden Erkenntnis „Die Welt ist ein Gauch“ im subchromatischen Teil des Universums, aus dem es erschienen ist.

*) Gauch = eigenbrötlerisches, oft bärtiges Wesen mit genialen Zügen, lebt meist in Höhlen und meidet das Sonnenlicht.